Welche Maske(n) trägst du so?


Heute ist Aschermittwoch, die bunten Fastnachtstage sind vorbei. Auch wenn es diesmal nicht so unbeschwert zugegangen ist wie sonst, genießen viele Menschen doch diese "närrische Zeit", sie verkleiden sich gerne und nehmen so vielleicht für ein paar Tage eine Rolle ein, die sie normalerweise nicht haben. Vor allem Kinder lieben das, ich sehe es an meinen Nichten und Neffen!


Die Faschingstage sind für mich eine gute Gelegenheit, gemeinsam mit dir einmal darüber nachzudenken, welche Maske(n) wir alle im Alltag so tragen. Es sind nicht wenige.


Das Gesicht, das du an deiner Arbeitsstelle bei deinen Kollegen aufsetzt, wird ein anderes sein, als das, wenn du zum Elternabend oder zum Einkaufen gehst. Je nachdem, mit welcher "Rolle" du in deinem Alltag am meisten verschmilzt, wird sie diejenige sein, die du vor anderen am häufigsten spielst.


Das ist erstmal vollkommen normal. "Die ganze Welt ist eine Bühne", so Shakespeare, alle Männer und Frauen sind nichts als SpielerInnen auf dieser Bühne. Wir alle spielen Rollen bzw. nehmen verschiedene Rollen ein. Einge sind "natürlich", z.B. "Mutter" oder "Vater" sein. Andere, wie "der bekannte Wissenschaftler" sind "gewählt".


Der große Zeitmanagement-Guru Lothar Seiwert nennt Rollen gerne auch "Hüte" und fragt die Stress-Geplagten, wie viele Hüte sie denn so aufhaben. Eine klassische Frage, die ich auch in Coaching-Gesprächen immer mal wieder stelle. Ich kann mich dabei an eine Frau erinnern, die sage und schreibe 21 (!) Hüte benannt hat: Frau, Mutter, Tochter, Schwester, Elternsprecher, Sportlerin, Kassenwart im Sportverein des Sohnes, 2. Vorsitzende des Ortsverbandes der Grünen, Kuchenbackerin für den Kindergarten, Köchin, Büroangestellte, weiteres Ehrenamt, usw. usw.


Mir wurde schon schwindelig, als sie ein Kärtchen nach dem anderen beschrieb und mich am Ende fast triumphierend anschaute und sagte: "Mehr hat bestimmt keiner deiner Klienten je genannt, oder?"


Da sie ja bei mir war, um in Zukunft mehr Zeit für sich zu gewinnen, stellte ich ihr die Aufgabe, von 21 Kärtchen auf 7 abzuspecken. Das war für sie verständlicherweise nur in Etappen zu erreichen. Bei einigen "Hüten" musste sie auch einfach nur eine Neu-Definition ihrer Aufgaben vornehmen. um zu erkennen, dass diese Rollen eigentlich keine waren bzw. sehr wenig ihrer Zeit in Anspruch nahmen. Insgesamt war es ein hartes Stück Arbeit, kann ich dir sagen! Nach ein paar gemeinsamen Coaching-Sitzungen hatte sie letztlich 9 Rollen definieren können, die sie wirklich gerne ausfüllte - und dabei konnten wir es dann für sie so lassen.


Jede/r von uns sollte in regelmäßigen Abständen überprüfen, welche Rollen sie/er so spielt - und vor allem, ob man damit noch gut leben kann! Aus manchen Rollen wächst man raus. Manche Rollen waren früher mal nett, nun sind sie es nicht mehr. Nur, weil man schon seit Jahren Elternsprecherin ist, heißt das nicht, dass man das auch für die nächsten Jahre tun muss - außer man macht es wirklich gerne.


"Die ganze Welt ist eine Bühne." Der Meinung ist übrigens auch unsere Seele. Vom spirituellen Blickpunkt aus betrachtet, ist es wichtig, unserem Ego nicht zu erlauben, sich in seinen vielen Rollen zu verlieren. Das Ego nimmt sich ja bekannterweise sehr wichtig! Als bewusste Menschen wissen wir um die Relativität unserer "Hüte", die wir so tragen. Wenn wir aufhören, uns damit zu identifizieren, könnten wir uns im Laufe eines Lebens viel Kummer und Leid ersparen.


Eckhard Tolle sagt dazu, dass wir nicht nicht Funktion mit Identität verwechseln sollten!

Du bist nicht die Rolle, die du spielst.

Du bist viel mehr als das. Weißt du das? Fühlst du das?

Ich helfe dir gerne auf deinem Weg, dich als das wahre Sein wahrzunehmen, das du bist.

Das wir alle sind.


Licht und Liebe, Corinna


PS.: Danke an Pixabay für die Fotos





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© 2020 Corinna Agrusow-Randt

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