Warum du Coaching nicht den Führungskräften überlassen solltest



Vor zwei Wochen habe ich darüber geschrieben, dass die meisten Menschen noch immer der Auffassung sind, dass Coaching und Beratung nur etwas für Sportler und Führungskräfte sei. Darauf möchte ich heute nochmals eingehen, um zu zeigen, dass die Themen, bei denen Führungskräfte möglicherweise einen Coach zu Rate ziehen, keine Themen sind, die ihnen allein vorbehalten sind:


Denn das, was Führungskräfte in ihrem Beruf so umtreibt, sind doch schließlich Themen, mit denen sich die allermeisten Menschen in ihrem Berufsumfeld ebenfalls konfrontiert sehen, wie beispielsweise

  • schlechte Kommunikation

  • mangelndes Vertrauen

  • schlechtes Betriebsklima

  • Gefühl von Unter- oder Überforderung

  • Grenzen ziehen

  • eine Distanz zwischen dem eigenen SEIN und TUN herstellen

  • abends nicht abschalten und entspannen können

  • Mobbing

  • mentale Fitness

  • körperliche Fitness

Die Liste ist garantiert nicht vollständig.


Egal, mit welchem Thema man sich am Arbeitsplatz herumschlägt – Aussitzen ist nicht wirklich eine Lösung! Für „normale“ Angestellte schon gar nicht, denn diese können in der Regel nicht einfach kraft ihrer Stellung mal eben die Spielregeln ändern, wie es manche Führungskraft tun könnte.


Also, erinnere dich an Themen, an unschöne Situationen, die du in deinem Berufsleben bereits gehabt hast.

  • Wie bist du damit fertig geworden?

  • Welche Lösungswege hast du ausprobiert?

  • Was hat dann am Ende des Tages für dich funktioniert?

Es ist recht wahrscheinlich, dass du IRGENDETWAS GETAN hast. Ein Gespräch gesucht. Den Betriebsrat gefragt. Oder Freunde. Innerhalb der Firma den Arbeitsplatz gewechselt. Oder die Firma ganz verlassen. Oder, oder, oder … irgendetwas wirst du doch getan haben, oder?


Wenn nicht, wirst du die Erfahrung gemacht haben, dass sich von allein leider meist die Umstände nicht ändern. Außer du hast darauf gewartet, dass der Chef in Ruhestand geht. Daher sind die Folgen des NICHTS-TUN aus meiner Sicht dann auch nicht wirklich verwunderlich:

  • hoher Krankenstand

  • schlechtere Gesundheit

  • Verbitterung, Resignation

  • innere Kündigung, Warten aufs Wochenende, den Urlaub, die Rente

  • Ärger mit der Familie, reduzierte soziale Kontakte

  • vermehrter Konsum von Alkohol / Süßigkeiten / Junk Food … klingt alles nicht wirklich prickelnd, oder?

Ich erlebe leider sehr häufig, dass angestellte Arbeitnehmer sich oft als „Opfer der Umstände“ sehen und gar nicht auf die Idee kommen, dass sie etwas zur Änderung der Umstände beitragen könnten. Parallelen zum gesellschaftlichen Leben, in dem „die da oben“ für alles Schlechte im eigenen Leben verantwortlich gemacht werden, drängen sich da unweigerlich auf.


Warum ist das so? Dafür gibt es viele Gründe. Das könnten Soziologen und andere Experten bestimmt besser erklären als ich. Sicherlich hat auch die jahrelange „alternativlose“ Politik unserer Kanzlerin ihren Teil dazu beigetragen. Aber schon viel früher, schon als Kind oder Jugendlicher lernt man, sich zu fügen:

  • Eltern wollen, dass Kinder nach ihren Vorstellungen heranwachsen und sich benehmen.

  • Schulen wollen gefügige Schüler*innen, die bitte bloß nicht zu viel Extra-Arbeit machen

  • Kirchen wollen Schäfchen. (Die sagen es wenigstens offen!)

  • Betriebe wollen Mitarbeiter, die funktionieren, wenig krank sind und den Mund halten.

  • Und selbst Studenten diskutieren seit der letzten großen Bologna-Reform nicht mehr so viel, wie wir es noch getan haben, sondern sind mit Auswendiglernen, Praktika und Jobben für den Lebensunterhalt mehr als rund um die Uhr beschäftigt.

Ja, das alles trägt dazu bei, dass unsere Widerspruchsfähigkeit und unser Glaube an uns selbst an Kraft verloren hat. Dass wir gelernt haben, bloß nicht aufzufallen. Dass wir es machen „wie alle anderen auch“. „Die Gesellschaft“ profitiert offenbar davon. Aber sind wir nicht ebenfalls Teil der Gesellschaft?


Jeder, der sich über einen längeren Zeitraum in seinem Arbeitsumfeld unwohl fühlt, hat doch das Recht, alles zu versuchen, was in SEINER EIGENEN MACHT steht, damit es ihm besser geht. Und wenn sich die Vorgesetzten coachen lassen, warum denn dann auch nicht die Mitarbeiter*innen?


Das Honorar, das Business-Coaches im geschäftlichen Umfeld in Rechnung stellen, ist deutlich höher als das, was Life Coaches wie ich unseren Klienten berechnen. Im Business werden oftmals ganze Tage geplant und abgerechnet. Manchmal begleitet der Coach die Führungskraft durch dessen Alltag und spiegelt anschließend aus seiner Sicht seine Eindrücke.


Es muss ja nicht gleich das gesamte Paket für dich sein, oder?

Wenn du aber etwas verändern möchtest, braucht es zuallererst deine ENTSCHEIDUNG, etwas verändern zu wollen. Damit verlässt du die Opferrolle. Das gilt übrigens ja nicht nur für den Business-Bereich, wie du vielleicht merkst. Das gilt immer!


Dann suchst du dir gezielt Hilfe und Unter-stützung. Vielleicht reicht da schon, das Thema beim Chef direkt mal anzusprechen.


Chefs sind auch nur Menschen. Vielleicht weiß sie oder er gar nichts von deinem Problem oder sieht es nicht als Problem an oder denkt, so lange du dich nicht rührst, wird ja alles in Ordnung sein. Das bedeutet, es gehört auch zur Pflicht eines Arbeitnehmers, das Gespräch zu suchen und nicht die ganze Kommunikations-Verantwortung an die Führungsriege abzugeben.


Wenn das nicht fruchtet, suchst du dir eine/n Coach.


Coaching hilft dir dabei, die Situation zu reflektieren. Mal einen anderen Standpunkt einzunehmen. Vielleicht das Ganze aus der Vogelperspektive zu betrachten. Und zu Lösungen zu kommen, die für dich stimmig sind. Warum sollte das denn bitte schön einzig Führungskräften vorbehalten sein?


Coaching hilft auch, den eigenen Anteil an dem, was schief läuft zu sehen und dafür die Verantwortung zu übernehmen.


Und: Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie oft Themen, die im Business hochkamen, schon ganz arg alt sind. Grundlagen für den aktuellen Konflikt wurden schon vor Jahren (außerhalb des Business- Kontextes) gelegt – und nie gelöst. Dafür ist energetisches Coaching super geeignet, um in drei, vier Sitzungen eine richtig gute, tiefe Transformationsarbeit zu machen.


Übernimm die Verantwortung für dein Wohlsein auch in deinem Berufsleben! Schließlich verbringst du dort eine Menge Zeit, nicht wahr? Und was ist Zeit anderes als dein Leben? Du bist schließlich auch ein Manager – dein eigener Manager. Du führst vielleicht keine anderen Menschen, aber auf jeden Fall führst du dich! Es gibt niemanden, den du besser führen solltest als dich selbst.


Melde dich, wenn ich was für dich tun kann. Schreib mir eine Mail an glueck@corinna-agrusow.com und schildere mir das Problem. Und dann schauen wir, was ich für dich tun kann, und du entscheidest, ob du diesen Weg gehen möchtest.


Licht und Liebe,


Corinna


Dank an Canva und Pixabay für die hier in diesem Beitrag verwendeten Fotos!


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© 2020 Corinna Agrusow-Randt

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