Utopien, Visionen & Ziele



„Die Lebensgefährtin meines Vaters ist Glückstrainerin. Sie bietet Kurse für Manager mittelständischer Unternehmen an, aber auch für Privatleute. Auf ihrer (alten, aber nicht veralteten – Anmerkung der Coach) Webseite schreibt sie: "Zuhören ist meine Stärke, das Erkennen von Blockaden und multidimensionalen Zusammenhängen meine Leidenschaft. Löse mit mir deine Engstellen auf und finde den Anfang deines inneren roten Fadens. Denn: HEUTE fängt der Rest deines Lebens an.""


Wenn man schon von einem bekannten zeitgenössischen Autoren wie Leif Randt erwähnt wird, ist es wert, dass ich mich in meinem heutigen Blog-Beitrag darauf beziehe und dafür bedanke. So was passiert ja nicht alle Tage, nicht wahr?


In diesem äußerst interessanten, inspirierenden und nachdenklich machenden fiktiven Interview erzählt Leif Randt vom Entstehen von Utopien. Obwohl sein Text ganz sicher nicht als Steilvorlage für Coaching-Ansätze gedacht war, komme ich wiederum aus meiner Sicht natürlich nicht umhin, die Fragen, die er stellt, just als solche zu sehen.


Ich finde es spannend, in einer Zeit, in der sehr viel über Veränderungen gesprochen und geschrieben worden ist, in der Menschen wie ich andere ermutigen, mal für sich selbst anders zu denken für die Zeit nach der Krise (sollte die überhaupt kommen) – und in der dann doch alle so weitermachen wollen wie bisher, die Frage nach Utopien zu stellen.


Mir als Beraterin der Menschen, die zu mir kommen, geht es nicht um eine gesamtgesellschaftliche oder gar globale Frage. Darüber mache ich mir gerne als Privatperson so meine Gedanken. Als Coach liegt mir am Herzen, wie Menschen das Leben führen können, das sie führen wollen.


Dafür würde man nicht das Wort „Utopie“ benutzen, sondern eher „Vision“ oder „Lebensziel“. So wie wir als Gesellschaft allerdings nicht ernsthaft über alternative Zukunftsformen diskutieren (weil uns offenbar ja alles entweder als „systemrelevant“ oder „alternativlos“ verkauft wird), so selten finden aber auch diese Fragen nach einem alternativen Lebensentwurf Einlass in den privaten Bereich.


Das ist zum Teil verständlich: Denn sie implizieren Selbst-Reflektion. Das ist anstrengend, manchmal unangenehm und ganz sicher oft recht unerfreulich. Wenn ich in den Spiegel gucke, übersehe ich gerne das, was ich an anderen Menschen kritisiere. Sind wir ehrlich, müssen wir zugeben, dass unser Ego, unsere künstliche Persönlichkeit, sowohl unseren eigenen Visionen und Zielen im Wege steht als erst recht auch größeren Utopien, in denen das Wohl aller Beachtung finden soll.


Was also tun? Wo anfangen? Ich denke, wir haben keine Wahl als bei uns selbst anzufangen. Worauf sonst haben wir Einfluss? Wir können sicherlich nicht alles verwirklichen, was wir früher als Kinder vielleicht alles mal wollten. Dafür sind wir älter geworden, möglicherweise auch nicht mehr so fit oder energiegeladen wie noch vor Jahren, und haben hoffentlich auch einen gesund-realistischen Blick auf das, was ist.


Wenn mein Wohl eingebettet sein soll in das Wohl der anderen, dann ist das nur hinzu-bekommen, wenn wir alle daran arbeiten, unsere Schattenseiten ans Licht zu bringen, sie zu erlösen, alte Schmerzen, die uns wieder und wieder von anderen getriggert werden, endlich zu transformieren. Frei von den Lasten der Vergangenheit, der Erwartungen der Zukunft, von Programmierungen aus alten Leben, von Versprechen, Eiden und Gelübden, die unsere Seelen in grauer Vorzeit abgeschlossen haben … davon befreit, kann ich JETZT schauen, was mir gut tut und wie ich mich JETZT einbringen kann in die Gesellschaft um mich herum. Das ist wohl meine Vision.


Ich beende diesen Blog, wie ich ihn angefangen habe: mit einem Zitat aus dem fiktiven Interview des Autoren Leif Randt. Es geht dabei um die Frage nach der eigenen Zufriedenheit und wie ehrlich wir diesbezüglich sind. Uns selbst gegenüber, aber auch anderen. Auch das ist durchaus ein äußerst gelungener Selbst-Coaching-Ansatz:


„Aber sobald es um Zufriedenheit geht, wird sehr viel gelogen. Denk an dich selbst. Wie konstant ist deine Laune? An guten Tagen ist es einfach, sich wegzuträumen, an andere Orte, in andere Zeiten. An schlechten Tagen funktioniert nicht mal das, weil die Gegenwart eine Belastung ist, und weil an schlechten Tagen keine Zeit und kein Ort noch ein Versprechen darstellt. Was uns manchmal hilft, sind drei einfache Fragen.“ …

„Erstens: Was wäre jetzt gerade schön? Zweitens: Warum geht das jetzt nicht? Drittens: Was müsste passieren, damit es geht? In den meisten Fällen stecken wir dann schon in einer Art Brainstorm und kriegen wieder bessere Laune. Sobald wir alles nicht mehr ganz so wichtig nehmen. Und wenn die bessere Laune trotzdem nicht einsetzt, gehen wir zum Sport oder bestellen uns Essen.“


Diese Korrektur des eigenen Mindsets lege ich dir für heute an Herz.


Auf deine Erfahrungen bin ich gespannt und freu mich, wenn du sie mit mir teilst.


Licht & Liebe, Corinna

Hier noch mal der Link zur Deutschlandfunkseite. Dort ist das Werk des Autoren nachzulesen bzw. auch anzuhören.


Danke an canva.com für die hier verwendeten Fotos.

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© 2020 Corinna Agrusow-Randt

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