Das spirituelle Paradox: Soll ich wirklich wünschen, mir Ziele setzen und Veränderungen angehen?

Ist - spirituell gesehen - nicht alles "perfekt im Hier und Jetzt"?




Vergangene Woche arbeitete ich mit einer Klientin. Sie hatte meinen letzten Blog-Beitrag gelesen und fragte mich gleich zu Beginn unserer Sitzung: "Ich verstehe das nicht! Warum soll ich Veränderungen überhaupt angehen? Ist nicht - rein vom spirituellen Standpunkt aus gesehen - alles in bester Ordnung?"


Wahrhaft eine weise Anmerkung! Shakti Gawain nannte dieses scheinbare Dilemma einmal das "spirituelle Paradox". Auch bei dieser Frage kommt es nämlich darauf an, zu schauen, "wer" genau in meinem System fragt bzw. "wer" etwas mit welcher Motivation in welche Richtung hin verändern möchte.


Für uns als Persönlichkeit, als Menschen mit einem Ego versehen, ist die tatsächliche Situation in unserem Leben, so wie sie sich aktuell präsentiert, die, die sein soll. Aus dieser Sicht ist in der Tat "alles in Ordnung". Oh je, ich höre bereits die Proteste. "Was, all das soll in Ordnung sein?" Unschöne Situationen aller Art sollen o.k. sein?


Was wären wir Menschen ohne unschöne Situationen? Wir alle gehen durch Krisen. Die allermeisten wachsen daran. Das ist der Sinn dahinter. Alles dient der Erweiterung unseres Bewusstseins. Ich kann es nicht oft genug sagen und schreiben: Wir sind keine Menschen, die spirituelle Erfahrungen machen (wenn wir Glück haben oder "göttliche Gnade" erfahren). Nein, wir sind spirituelle Lichtwesen, die gemeinsam das durchmachen, was wir menschliche Erfahrungen nennen. Bitte jetzt nicht nach dem Warum? fragen. Das würde hier alles sprengen und wäre ein wahrhaft Abend füllendes Programm.


Die Menschheit ging durch ein kollektives Vergessen. Fast alle kamen wir auf die Welt, ohne zu wissen, wer wir wirklich sind. Die Erziehung, die wir "genossen", zwängte uns in ein Korsett von Glaubenssätzen, Werten und Erwartungen unserer Eltern, unserer Erzieher, der Gesellschaft und verschiedenster Autoritäten. Keiner von denen hatte wirklich je ein Interesse daran (gehabt), uns als freie Wesen zu erziehen. Wie auch? Auch alle Generationen vor uns haben ja vergessen, wer sie wirklich sind. Der spirituelle Weg, den wir gehen, ist der des Erwachens - als Individuum, aber auch als Kollektiv.


Was hilft beim Erwachen? Bewusstseinserweiterende Fragen und Handlungen, zum Beispiel.

Wann stellen wir uns diese Art von Fragen?

In der Regel doch dann, wenn es uns gerade nicht so toll geht!

Bzw. wenn wir sehen, wie wenig berauschend es in mancher Hinsicht gerade auf unserem Planeten aussieht.


Es geht also darum, dass wir uns erinnern, wer wir wirklich sind. Wenn wir auf der Ebene der Persönlichkeit wünschen und daran arbeiten - was wir selbstverständlich tun können - haben wir vielleicht irgendwann ein größeres Auto vor der Tür, eine größere Wohnung, mehr Geld auf dem Konto. Alles nicht verkehrt! Aber: Das Lichtwesen, das wir sind, und das sich in uns bemerkbar machen möchte, hat davon nicht viel. Es wird abwarten, bis sein Mensch irgendwann - in der Regel eben meist durch eine unschöne Begebenheit - merkt, dass weder das größere Auto oder Haus noch das Aktienpaket auf der Bank die Leere, die er als Mensch verspürt, zu füllen vermögen.


Insofern ist also auf der 3D-Ebene, wie ich das Leben hier als Mensch auf unserem Planeten nenne, alles ok, so wie es ist - bis wir erken-nen, dass es vielleicht doch um mehr gehen könnte. Wenn wir in Stille sind, in der Natur, in den Armen unseres Liebsten liegen - dann gibt es die Momente, in denen wir "erwachen" und anfangen, uns darüber Gedanken zu machen, wie wir davon "mehr" haben könnten. Wie nicht nur wir selbst, sondern viele andere Menschen ebenfalls Stille und Frieden, Liebe und Erfüllung, Gesundheit, Freundlichkeit und Kreativität erfahren könnten. Und was ich als Körper-Geist-Seele-System, als Lichtwesen, das hier als Mensch wandelt, dazu möglicherweise beitragen könnte.


Dann sind es unsere Herzenswünsche, die uns den Weg weisen, weil wir ahnen: Wenn wir es schaffen, unsere Herzenswünsche zu manifestieren, ermuntern wir damit andere, es ebenfalls zu tun. Und so könnte - Schritt für Schritt und erwachender Mensch für erwachender Mensch - tatsächlich eine bessere Welt für mehr und mehr Menschen entstehen.


Für den ersten Schritt ist niemand anderes verantwortlich als ich selbst! Ich gehe meinen Weg und fange an, aufzublühen, weil ich meiner Seele ihren gebührenden Platz in meinem Leben einräume - und so schwinge ich mit jedem Tag in einer etwas höheren Schwingung. Davon profitiert nicht nur der einzelne Mensch, sondern alles, was ist. Es ist der Weg der Versöhnung, nicht zuletzt auch der zwischen meiner Persönlichkeit und meiner Seele.


Also, raus aus Zielen, die nur dem Ego dienen. Hin zu Manifestationen, die dem ganzen System dienen. Und das Paradox ist keines mehr!

Wie das für dich gehen könnte?

Gerne begleite ich dich auf einem Stück deines spirituellen Weges. Egal, wo du im Moment stehst.


Licht und Liebe, Corinna


Bilder von Free-Photos auf Pixabay, danke schön!


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© 2020 Corinna Agrusow-Randt

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