Ist Glück abhängig vom Erreichen deiner Ziele?



Zu meinem letzten Blog-Beitrag, in dem ich die SMAART-Regel als eine Möglichkeit, sich seinen Zielen zu nähern, vorgestellt habe, kam eine interessante Mail von einer jungen Frau aus Frankfurt: Sie fragt mich, ob das Erreichen von Zielen gleichzusetzen sei mit Glück. Eine wunderbare Frage, nicht wahr? Nicht in einem Satz zu beantworten.


Was meinst du?

Vielleicht magst du erst mal selbst darüber nachsinnen, ob du dein Glück davon abhängig machst, deine Ziele zu erreichen?


Am liebsten würde ich ihr mit Jein antworten. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass sie das nicht zufriedenstellen wird. Also, liebe Julia aus Frankfurt, meine Antwort lautet: "Nein, tue ich nicht".


Es ist gut, bei dieser komplexen Frage um die unterschiedlichen Ebenen in einem selbst zu wissen: Da gibt es zum einen meine Persönlichkeit. Die liebt Ziele, den Weg dorthin, und wenn das Ziel erreicht ist, freut sie sich. Aber, und das ist uns doch allen schon passiert, was dann? Wie lange hält die Freude über ein erreichtes Ziel an? Du fieberst dem Ende deiner Schulzeit entgegen, hältst dein Abschlusszeugnis in der Hand - und dann? Du fängst eine Ausbildung oder ein Studium an und bist unglaublich busy damit, auch diese/s zu beenden - und dann? Du denkst, jetzt noch einen tollen Job und ich bin für immer wunschlos glücklich.


Dann, früher als man denkt, hat einen der ganz normale Alltag. Die tägliche Fahrt mit den Öffis und hustenden Mitreisenden wird zur Qual, die Kollegen entpuppen sich als ganz normale Menschen mit ihren ganz persönlichen Macken. Dein Körper ist nicht mehr so gut drauf, das ständige Arbeiten vor dem PC bereitet ihm Schmerzen. Du fängst an, dich wie deine alten Eltern auf den Urlaub zu freuen. 6 Wochen im Jahr, wenn du Glück hast. Ist das wirklich ein guter Deal für den Rest deines Lebens? Naja, sagst du jetzt vielleicht, dann lernt man jemand kennen und lieben und will zusammenbleiben, vielleicht Kinder und eine Eigentumswohnung im Frankfurter Nordend. Ja - und dann?


Meine Oma, die immerhin 100 Jahre alt geworden ist, hatte viele Lebensweisheiten parat, an eine muss ich jetzt beim Schreiben grad denken: Mensch dachte, Leben lachte. Wir alle gehen durch Phasen großen Schmerzes und Leides, wir alle kennen Menschen, die an Schicksalsschlägen zerbrechen. Aber auch solche, die scheinbar nach einer gewissen Zeit, gestärkt wie Phoenix aus der Asche, wieder auftauchen und das Leben neu in Angriff nehmen.


Und wenn ein Teil von dir, dein Ego, jetzt denkt, ja, das passiert anderen, doch mir nicht. Ich habe alles gut geplant, ich habe den perfekten Partner, ich habe alle Versicherungen, die ich brauche, ich bin gesund, meine Familie ist es ... denk nochmal nach. Das Leben lässt sich nicht wirklich planen und es ist besser, es wie einen breiten Strom nicht einzuengen, sondern ihm die Möglichkeit zum Fließen und zum Entfalten zu geben. Es sucht sich seinen Weg sowieso. Es ist sehr wichtig, möglichst schnell zu begreifen, dass niemand von uns sein Leben "unter Kontrolle" hat. Ein Irrglauben des Egos.


Deine Persönlichkeit und dein Mentalkörper wollen etwas "so", am besten "genau so" - und das Leben gibt dir was anderes. Was jetzt? Die meisten Menschen gehen voll in Widerstand, wenn etwas nicht so läuft, wie sie es sich vorgestellt haben. Die energetisch-systemische Seite dabei ist auch noch wichtig zu beachten, aber das würde den heutigen Rahmen sprengen. Dazu nächste Woche mehr.


Zurück zu unseren Zielen und der Frage von Julia. Wenn das Erreichen unserer Ziele nicht mit Glück gleichzusetzen ist, warum sollten wir uns dann überhaupt um Ziele kümmern? Weil wir eben nicht nur Persönlichkeit/Ego sind, sondern auch Geist und Seele. Wir wollen wachsen, uns entwickeln, was Neues erleben. Wir alle sind wiss- und erfahrungsbegierige Seelen, die gleichzeitig alle eine große Sehnsucht in sich tragen, davon bin ich überzeugt.


Sehnsucht nach Liebe, Ruhe, Frieden, Harmonie, Freiheit, Erfüllung und Gesundheit. Such dir was aus. Und mache dies(e) zu deinem großen Ziel hinter all deinen Persönlichkeits-Zielen. Wenn wir ehrlich sind, wollen wir mit dem Erreichen unserer Ziele doch eigentlich einen Gemütszustand manifestieren. Welchen möchtest du? Was willst du? Nach was strebt deine Seele? Freiheit und Abenteuer? Dann wirst du mit einem Job am Schreibtisch niemals glücklich werden. Es gibt ein wunderbares Buch mit dem Titel "Fünf Dinge, die Sterbende am meisten bereuen". Vielleicht magst du dir mal die Zeit nehmen, herauszufinden, was diese fünf Dinge für dich wären, wenn du morgen nicht mehr da sein solltest?


Und wenn du dann deine - für dein ganzes System stimmigen - Ziele quasi von hinten aufrollst (also: "Was muss ich tun, um Frieden und Freiheit zu spüren, zu erlangen, zu behalten? Welche Ziele müsste ich mir dafür setzen? Was sollte ich vielleicht lernen, welche Menschen sollte ich kennenlernen?"), diese Ziele von der Zukunft zurück in deine Gegenwart planst und dabei offen bist für all die Situationen und Begegnungen, die das Leben dir schenken will (du weißt ja, dass es keine Zufälle gibt, sondern nur Dinge, die das Leben dir "zufallen" lassen möchte) - dann kann das Erreichen deiner Ziele dich tatsächlich doch glücklich machen. Weil es nicht mehr um irgendetwas im "außen" geht, sondern nur noch um Dinge in deinem Inneren!


Wenn deine Seele dein System mit diesen Zeilen in Resonanz schwingen lässt, freu ich mich.

Wenn du mehr darüber wissen willst, wie du das große Ziel "Lebenszufriedenheit" angehen könntest, nimm gerne Kontakt mit mir auf: glueck(at)corinna-agrusow.com


"Wir sind keine Menschen, die spirituelle Erfahrungen machen.

Sondern spirituelle Wesen, die menschliche Erfahrungen machen."


In diesem Sinne und mit lichtvollen Grüßen von Seele zu Seele,

Eure Corinna





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© 2020 Corinna Agrusow-Randt

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