Chance in der Krise: Was brauche ich wirklich, um glücklich zu sein?



Um persönlich zu wachsen, um das eigene Bewusstsein zu erweitern und "mentale Gitterstäbe", wie Lothar Seiwert einmal unsere Glaubenssätze genannt hat, hinter uns lassen zu können, sind wir meistens zuvor durch eine mehr oder weniger schwere Lebenskrise gegangen. Denn: Wenn alles gut läuft, wenn wir im Hamsterrad unseres Alltags feststecken, dann funktionieren wir in der Regel sehr gut, nehmen uns aber selten die Zeit, innezuhalten und mal darüber nachzudenken, ob wir das Leben leben, das wir "eigentlich" leben woll(t)en.


Krankheiten, eigene oder von Menschen, die uns nahe stehen, der Tod von Eltern oder Großeltern, die Trennung vom Partner, Arbeitslosigkeit, ein durch den Job verursachter Umzug in eine völlig neue, fremde Umgebung ... all das kann dazu führen, dass wir Menschen uns die Frage stellen, wer wir sind, was wir wollen und wie wir eigentlich wirklich im Grunde unseres Herzens leben möchten.


Vielleicht passiert das ja gerade durch das grassierende Virus, das uns in einem Atem beraubenden Tempo eine neue Lebenswirklichkeit aufzwingt. Jedem einzelnen von uns, aber auch natürlich uns als Gesellschaft. Nichts ist mehr so wie noch vor ein paar Tagen.

Unglaublich eigentlich, oder?


Wie immer können wir darauf unterschiedlich reagieren:

  • Einige verfallen in Ängste und Sorgen, hamstern Lebensmittel, klauen Desinfektionsmittel aus Krankenhäusern (!) und hoffen, dass der Spuk bald ein Ende haben möge.

  • Andere haben wunderbare Ideen, wie sie ihren Nächsten und Nachbarn helfen könnten und teilen diese teilweise wirklich sensationell-kreativen Vorschläge und Angebote in den sozialen Netzwerken, die so auf einmal wirklich "sozial" werden.

  • Ich finde, dass es eine gute Zeit sein könnte, sich persönlich, aber vielleicht auch in der Folge kollektiv zu überlegen, wie wir nach der Krise, die ja irgendwann vorbei sein wird, leben wollen, ob wir den Zustand wie vor der Krise zurück haben wollen.


Ganz sicher wird es was mit Menschen machen, die auf einmal

  • von zu Hause aus arbeiten

  • ihre Familien um sich herum haben - und das toll finden!

  • es genießen, mal nicht ihre Lebenszeit im Stau oder überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln zu verplempern

  • mehr Zeit haben für Dinge wie in-die-Ruhe-gehen, aus-dem-Fenster-gucken, spielen, meditieren, Musik machen oder hören, sich kreativ beschäftigen ...

  • sich fragen: "Was brauch ich eigentlich wirklich?"

  • "Mag ich den Job noch, den ich gerade tue?"

  • "Würde ich nicht vielleicht lieber weniger arbeiten - oder mehr von zu Hause aus?"

  • "Gefällt mir mein Zuhause noch - oder wird es jetzt mal Zeit für was Neues?"

  • nach der für sie besten Lebens-Balance fragen - und die nach der Krise hoffentlich den Mut finden werden, diese in ihr Leben zu ziehen.


Wir leben in der Dualität. Wo Schatten ist, ist immer auch Licht. Ich bin sicher nicht die einzige, die es positiv zur Kenntnis nimmt, dass der ständige Flugverkehr und -lärm bei uns im Rhein-Main-Gebiet deutlich nachgelassen hat. Dass es auf den Straßen leerer ist. Dass ich letzte Woche einen Sitzplatz in der U-Bahn bekommen habe. Dass wir alle auf einmal weniger Ressourcen verbrauchen. Dass ich mehr Zeit mit meinem Liebsten und im Garten verbringen kann. Dass wir sehr viel öfter draußen an der Luft sind. Dass ich froh und dankbar bin, dass meine alten Eltern noch da und recht gesund sind. Gerade eben habe ich gelesen, dass das Wasser in den Kanälen Venedigs klar und die Luftqualität in der Stadt viel besser geworden sei. Über manchen Regionen Chinas können Menschen erstmals seit langem wieder in einen blauen Himmel blicken! Menschen telefonieren doch glatt wieder längere Zeit miteinander und zeigen echtes Interesse, wie es dem anderen geht. Auf einmal diskutiert man über "Helikoptergeld" und ein "bedingungsloses Grundeinkommen". Ich finde das sehr interessant!

Also: Was brauchst du für ein erfülltes Leben?


  • Wie viele Stunden pro Woche möchtest du arbeiten?

  • Bist du zufrieden mit deinem Job-Umfeld?

  • Mit den Menschen, mit denen du dein Leben teilst?

  • Was wolltest du immer schon mal tun?

  • Was würdest du tun, wenn du keine Angst hättest?


Vergiss nicht: Wir haben nichts unter Kontrolle. Gar nichts. Never ever. An sich bräuchten wir kein Virus, um uns das vor Augen zu führen. Aber da wir alle immer so busy sind, lassen wir diese unangenehme Tatsache gerne außer Acht. Unser Ego liebt Beschäftigung, Stress und Dramen aller Art. Wenn wir beschäftigt sind, fragen wir nicht, ob das alles sein muss. Unsere Ego-Persönlichkeit schafft es perfekt, dass wir die leise Stimme unserer Seele nicht hören - und schon gar nicht auf sie hören. Wenn wir nichts unter Kontrolle haben, was bleibt? Vertrauen! In uns, unsere Körper, unsere Nächsten, das Leben und die Quelle alles Seins. Wie wäre das mal zur Abwechslung?


Wo Schatten ist, ist Licht. Immer!

Wo findest du dein Licht in dieser Zeit?

Ich werde ab heute Abend nun jeden Abend ein paar Kerzen aufstellen, um mich und meinen Mann selbst daran zu erinnern, immer nach dem Licht Ausschau zu halten. In uns selbst. Aber auch im Außen.


Hast du Ideen, wie wir alle besser leben können? Ich freu mich, davon zu hören. Noch mehr freue ich mich, wenn du sie umsetzt, wenn alles wieder "normal" ist. Ich bin sicher, es gibt 1000 und eine Idee, wie wir anders, besser, ressourcenfreundlicher, bewusster, gesünder, liebe- und respektvoller ... leben können.


Was immer dein Beitrag dazu sein mag: LEBE ES! BRING ES IN DIE WELT. Wenn es deine Energie ist, dann kannst nur du es in die Welt bringen! Ok?


Licht & Liebe, Corinna


PS: Mein Dank geht heute an Canva für das Titelfoto und an Pixabay für das zweite Foto.



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© 2020 Corinna Agrusow-Randt

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